Vereinsausflug

Vereinsausflug 2018

Gabriella Ries, Vereinsmitglied
Der Vereinsausflug führt am 16. September 2018 zum Biohof Joggehus der Familie Pfaffinger in Beinwil/Solothurn. Unsere bunte Gruppe bricht am Bahnhof Basel Richtung Passwang auf – für mich ist es bereits das zweite Mal in diesem Jahr. Bereits im Frühling bin ich der Einladung der Pfaffingers zu einem Sonntagsbrunch gefolgt, neugierig auf die jungen Geisslein und den stürmischen ersten Gang der Kühe auf die Weide. Vor neun Jahren waren wir auch schon da, mit dem zweiten Matthäusmarkt-Ausflug beim damaligen Pächter Peter Wyss. Wir waren damals 25 Wissbegierige, nun sind wir schon über 50.
Wir wandern in schönstem Spätsommerwetter in Meltingen los und tauchen bald in die steil ansteigenden Buchenwälder. Zeitplan und Gelände lassen Raum für jeden Wanderstil und anregende Gespräche. Und so durchstreifen wir bald in lockeren Grüppchen diese abwechslungsreiche Juralandschaft. Nach 250 Metern aufwärts bietet der Abstieg zum Joggehus ein beeindruckendes Panorama gegen Süden in die jäh aufragende Hohe Winde, unten der kleine bäuerliche Weiler unserer Gastgeber und ihrer Nachbarn. Bald begrüssen uns muntere, weisse Geissen und wenig später Sandra und Wolfgang Pfaffinger mit ihren Kindern Florian und Luzia.
Nun stossen auch die Postauto-Angereisten dazu und wir stärken uns mit Most und Zopfhäppchen, bevor Sandra durch den Hof führt, der neben Kuh und Geiss auch zottelige Schweine, Hühner, Chüngel, etliche Bienenvölker sowie einen grossen Gemüsegarten beherbergt. Wo die Scheune war, klafft momentan eine Baugrube. Der Holzbau brannte Anfang Jahr mitsamt Heu und Stroh ab – nur dank tatkräftiger Hilfe konnte die Familie den Brand eindämmen und eine Katastrophe verhindern.
Sandra besorgt die Tiere, Wolfgangs Domäne ist das Käsen. Dicht gedrängt stehen wir um den Kessel, in dem die schon gelbliche Geissenmilch bereit ist.
Zügig taucht er das weitmaschige Seihtuch ein, umfasst die flockige Masse und hievt sie aus der Molke. Diese macht sogleich die Runde, wer will kostet von dem wässrig-weichen Trunk. Im Kühlraum sind die schon gereiften Käseleiber zu sehen, die schon bald auf dem Matthäusmarkt aufliegen werden.
Sandra und Wolfgang bewirten uns reichhaltig mit Salatbuffet, eigenen Würsten und Spiesschen sowie üppigem Kuchenangebot. Wir tafeln oberhalb des Hofes mit Sicht auf die beidseits steil ansteigenden Weiden. Sie ernähren das Dutzend Mutterkühe und Stier Abraham durchs ganze Jahr. Der Biohof setzt auf eine Fleisch- und Milchwirtschaft mit minimalem Kraftfutter und ohne fremdes Heu, was ökologisch mustergültig ist. An Körper und Seele genährt besteigen wir nach und nach das Postauto talauswärts. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft!

 

Vereinsausflug 2017

Theres Wernli und David Herrmann, Vorstandsmitglieder

Eine muntere Truppe mit ca. 40 Vereinsmitgliedern traf sich morgens um 9 in der Schalterhalle um nach Gelterkinden zu fahren und von dort aus bei schönstem Wetter zu Michèle und Christoph Fankhauser auf den Riedererhof nach Buus zu wandern.

Wie meistens sorgte Thomas Brunner unser Ausflugsorganisator für zwei Varianten, eine „faule“ und eine für „Bergsteiger“. Nach einem kurzen, steilen Aufstieg trennten sich also die Wege oberhalb des Dorfes. Es ging vorbei an Wiesen und Obstbäumen der prächtigen Baselbieter Juralandschaft. Die Folgen des schlimmen Frühjahrsfrosts waren an den Bäumen gut zu erkennen. Bald ging es in den Wald hoch zur Rickenbacherflue. Das Schlimmste war nun geschafft und es ging fortan auf gemütlichen Wegen Richtung Buus. Die meisten erreichten ihr Ziel nach ca. 2.5h. Eine kleine Gruppe war da aber immer noch unterwegs: Sie waren falsch abgebogen und bemerkten ihren fatalen Fehlentscheid erst viel zu spät. Familie Fankhauser zeigte sich aber hilfsbereit und brachte die verlorenen Gruppenmitglieder mit dem Auto sicher auf den Riedererhof.

Die Tische standen für die durstige und hungrige Wandergruppe einladend gedeckt bereit. Pierre-Alain Niklaus und sein Sohn Miro, die den Stand der Familie Fankhauser auf dem Matthäusmarkt führen, hatten schon tatkräftig bei den Vorbereitungen mit angepackt.

Nach einem feinen Zmittag und vielen schönen Gesprächen führte uns Christoph Fankhauser über seinen Hof. Der biologisch-dynamisch geführte Betrieb produziert nach den Richtlinien von Demeter. Auf den Matthäusmarkt kommen Mehl und Eier, knackige Karotten und Fleisch von den Tieren des Hofes. 2001 wurde er in die Stiftung Edith Maryon integriert, mit dem Ziel mit biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise die Fruchtbarkeit der circa 15 Hektar Kulturland und vier Hektar Wald an diesem Ort für die kommenden Generationen zu erhalten. Ausser auf den Matthäusmarkt werden die Hofprodukte an Demeter-Verarbeiter, Reformläden und Wochenmärkte geliefert. Satt mit Eindrücken und Essen wanderten wir dann am späteren Nachmittag weiter nach Buus und fuhren mit viel Sonne im Nacken nach Basel zurück.

 

Vereinsausflug 2016

Markus Pfändler, Vereinsmitglied

Vereinsausflug zur Familie Berger Handschin, Hof Leuenberg, Hölstein, 11. September 2016

Ja, an jenem Sonntag war noch Sommer, als wir uns wie eine generationenübergreifende Schulklasse im reservierten Wagon verteilten. In Sissach entstiegen wir dem Zug wieder, um Land zu betreten, das Baselland. Nach der Durchquerung des Gartens der Landwirtschaftlichen Schule „Ebenrain“ und der Überquerung der rauschenden Autobahn, ging’s in Serpentinen hoch auf den Rücken des nächsten Juraausläufers. Manch ein Schweisstropfen fiel auf den trockenen Waldboden oder wurde von Funktionswäsche aufgesogen. Oben hatten wir einen ersten, tüchtigen Durst.

Durch Wälder und Felder dem Mitagessen entgegen

Neben lichtdurchflutetem Blattwerk gab’s am Wegesrand auch einen schmelzenden Haufen aus Eiswürfeln und eine immer noch räuchelnde Grillstelle zu sehen. Hier musste vergangene Nacht eine Party gefeiert worden sein. Im wilderen Wald standen Gewächse mit den schönen Namen „Elsbeere“ und „Seidelbast“. In Reih und Glied hingegen sind die abgeernteten Kirschanlagen und die bald erntereifen Maisfelder gesetzt worden. Ausflügler verbrachten auf einem idyllischen Grillplatz ihre Mittagszeit. War ihnen bewusst, dass sich hier im Mittelalter eine Grabstätte befunden hatte, wie einer unscheinbaren Tafel zu entnehmen war? Unsere Wandergruppe hatte sich in die Länge gezogen und in kleinere Gruppen aufgeteilt. Am Ziel unseres Jubiläumsausflugs, dem Hof Leuenberg bei Barbara, Sarina und Heinz Berger Handschin, fanden alle wieder zusammen.

Most und Suppe zur Stärkung, Brunnenbad zur Kühlung

Mit Most, Kürbissuppe und Wienerli stillten wir unseren Hunger und Durst, bevor wir von Heinz und Barbara über ihren Hof geführt wurden. Die Kinder plantschten und badeten im Brunnentrog, und wir Grossen lernten, dass Futter nicht gleich Futter ist und dass die Essigfliege den Kirschbauern zu schaffen macht. Es bräuchte im kommenden Winter einen über 48 Stunden andauernden Frost, um ihre Population wesentlich einzudämmen (Anmerkung der Redaktion: Der Text entstand augenscheinlich vor der Kälterperiode vom Januar 2017. Ob diese den gewünschten Effekt hatte, ist noch nicht bekannt). Zum Kaffee gab’s Barbaras köstliche Linzertorte. Nun wissen wir, wo sie zubereitet wird.

Vielen Dank den Bergers und den OrganisatorInnen aus dem Vorstand. Bis bald auf unserem Matthäusmarkt.